Silberfond

Slackline

Allgemeine Infos & Erklärungen

Du suchst einen FUN-Sport mit Balance, Konzentration, Körpergefühl, oder auch spektakulären Tricks? Dann ist Slacklining genau das richtige für dich! Oder slackst du bereits und suchst neue Herausforderungen? Da gibt es beim Slacken unfassbar viele Möglichkeiten! Neue Tricks lernen, Longlining, Slacken über Wasser oder sogar über Schluchten, Rodeolining − dem Fun sind keine Grenzen gesetzt!

Unter Slacklinen versteht man, auf einem schmalen Band zu balancieren, welches zwischen zwei Befestigungspunkten gespannt ist. Das Wort „Slackline“ bedeutet so viel wie „lockeres Band“. Das Zusammenspiel von Koordination, Konzentration und Gleichgewicht ist hier gefragt!

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Disziplinen

Slackline als Einsteigerline

Die breite, relativ kurze und in niedriger Höhe gespannte Slackline ist besonders für Newcomer geeignet. Die Line wird ungefähr auf Kniehöhe mit relativ geringer Spannung gespannt. Am Anfang ist es oft leichter, ein breiteres 50 mm breites Slacklineband zu nutzen.

Longlines

Ab ca. 30-40 Metern kann man eine Slackline Longline nennen, festgelegt ist dies aber nicht. Bei der Longline wird versucht, eine möglichst lange Strecke auf einer Slackline zu gehen, oder auch mit den Eigenschaften der Line zu spielen. Beim Longlinen werden im Normalfall schmale 25 mm breite Bänder verwendet, da diese weniger Eigengewicht haben und dadurch weniger kräftig schwingen.

Je länger die Line wird, desto schwieriger wird es, abhängig von den Materialeigenschaften wie Gewicht und Dehnung sowie Spannung der Line und desto ruhiger muss der Slackliner gehen. Die starken Schwingungen in der Line steigern die Herausforderung an Balance, Ausdauer und Konzentration. Slacklinen wird neben der physischen Komponente zu einer mentalen Angelegenheit. Durch die meist sehr hohen Ankerpunkte und starken Schwingungen sind Longlines nur für geübte Slackliner geeignet. Du solltest dich also langsam steigern. Der aktuelle Weltrekord liegt übrigens bei unglaublichen 601 Metern (Stand September 2015)!

Trickline/Jumpline

Eine Trickline (oder auch Jumpline) wird extrem fest gespannt und wie eine Art Trampolin genutzt. Die Line muss dynamische Eigenschaften mitbringen, um möglichst viel Energie aufnehmen und zurückgeben zu können, sodass die typischen Sprünge und Bounces möglich sind.

Tricklining hat sich in den vergangenen Jahren extrem schnell entwickelt. Immer höhere und atemberaubendere Tricks werden gezeigt und fast monatlich neue Kombinationen erfunden. Doppelte Saltos und Mehrfachdrehungen sind keine Seltenheit mehr.

Highline

Jeder hat es schon mal gesehen und den Atem angehalten: In mehreren hundert Meter Höhe balancieren waghalsige Sportler über dem Abgrund. Highlining ist die Königsdisziplin des Slacklinens. Nur auf einem dünnen Band mitten im Himmel zu balancieren, bringt so ziemlich jeden Sportler an seine Grenzen, auch wenn sich mit viel Training schnell Fortschritte auf beiden Ebenen machen lassen.

Ein sicherer und professioneller Highline Aufbau ist in jedem Fall extrem wichtig, andernfalls besteht Lebensgefahr! Daher sollten Einsteiger nur mit kompetenter Begleitung die ersten Highline-Versuche starten.

Highlines werden in beliebigen Höhen angebracht. Angefangen bei einigen Metern über dem Boden, bis hin zu einer Slackline zwischen zwei Bergspitzen in mehreren hundert Metern Höhe. Auch wenn man es nicht auf den ersten Blick erkennt, die Slackliner sind mit einem Klettergurt und Seil gesichert und die Slackline ebenfalls mindestens doppelt abgesichert.

Der ursprüngliche Fokus beim Highlinen liegt nicht beim Tricksen. Vielmehr geht es darum, die angeborene Höhenangst zu überwinden und die besonderen Herausforderungen zu beherrschen. Highlinen ist vor allem eine mentale Angelegenheit, die volle Konzentration erfordert. Neben der mentalen Komponente kommt erschwerend hinzu, dass ähnlich wie beim Waterlinen durch schwierige Fixpunktsuche die Anforderungen an Gleichgewicht, Kraft und Ausdauer höher sind als beim Slacken am Boden. Besonders ausgesetzte Lines sind daher besonders schwierig zu bezwingen.

Waterline

Die Waterline ist eine ganz normale Slackline, die über ein Wasser gespannt wird. Waterlinen ist deutlich schwieriger als Slacklining über dem Boden, da das Wasser in Bewegung ist und dem Slackliner so die Fixpunkte fehlen. Je stärker die Bewegung des Wassers ist, desto schwieriger wird das Laufen auf der Slackline. Du solltest auf jeden Fall darauf achten, dass das Wasser tief genug ist, um Verletzungen bei ungewollten Abgängen zu vermeiden. Kanten, wie z.B. im Schwimmbad, sollten möglichst vermieden werden. Waterlines sind als alle Arten des Slacklinens möglich: Ob Longline, Trickline, Rodeo oder Highline, alles ist möglich!

Rodeoline

Eine Rodeoline ist eine durchhängende Slackline ohne Spannung mit hohen Ankerpunkten. Dabei wird die Slackline möglichst weit oben im Baum befestigt. Die Mitte der Line befindet sich jedoch direkt über dem Boden. Rodeolines sind besonders instabil und so schwieriger zu bezwingen als fester gespannte Slacklines. Dadurch sind sie jedoch eine perfekte Trainingsmöglichkeit für Longlines. Achtung! Die Sturzgefahr ist beim Rodeolining – gerade am Anfang – besonders hoch, da die Line unter Belastung die Füße seitlich wegzieht. Lass dir am Anfang also erst einmal helfen! Beliebte Tricks auf der Rodeoline sind Surfen, Drehen oder jonglieren.

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Tipps für Anfänger

Mal eben eine Slackline zwischen zwei Bäumen spannen und dann versuchen darauf zu balancieren. Klingt einfach? Ist es aber nicht! Denn gerade am Anfang wackelt die Line ziemlich stark. Aber keine Sorge, nach Startschwierigkeiten machst du garantiert schnell Fortschritte. Achtung: Suchtgefahr! Besonders Einsteiger machen sehr schnelle Fortschritte auf der Slackline. Damit euch der Einstieg leicht fällt, haben wir ein paar Tipps zusammengestellt:

Der Einstieg in den Trendsport ist einfach: Eigentlich brauchst du nur ein Slackline Set und zwei Bäume, die einen Abstand zwischen etwa fünf und zwölf Metern haben.

Die Körperhaltung ist gerade am Anfang entscheidend: Oberkörper aufrecht halten, den Blick nicht auf den Boden, sondern auf einen Fixpunkt am Ende der Slackline richten, Knie leicht beugen und die Füße gerade aufsetzen. Am Anfang hilft es erst einmal, einbeinig auszubalancieren. Am besten ca. ein bis zwei Meter entfernt vom Ankerpunkt starten.

Das Bein fängt beim ersten Druck auf der Slackline bei fast allen Anfängern sehr stark zu zittern an! Keine Sorge, das ist ganz normal! Deine Muskeln müssen sich erst einmal an die völlig neue Bewegung und Belastung gewöhnen. Mit etwas Geduld ist das Zittern schon in der ersten Übungsstunde unter Kontrolle und der Spaß kann so richtig beginnen!
Also erst mal sicher und kontrolliert stehen, anstatt drauf loszurennen. Steht man sicher und ausbalanciert, kommen die ersten Schritte wie von selbst. Zum Glück ist Slacken ein Gemeinschaftssport, so findest du am Anfang bestimmt eine helfende Hand für die ersten Versuche!

Am besten zu Beginn eine kurze Distanz wählen. Denn je kürzer die Line, desto weniger wackelt das Ganze. Die Höhe sollte auch erstmal niedrig gehalten werden, Kniehöhe bietet sich zum Beispiel gut an. Tiefer geht immer, so lange die Slackline nicht den Boden berührt.

Der Untergrund ist wichtiger als man denkt! Um das Verletzungsrisiko zu minimieren, sollte er unbedingt auf Schlaglöcher und gefährliche Gegenstände wie Scherben, spitze Gegenstände usw. abgesucht werden

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Tipps und Tricks für Fortgeschrittene

Surfen, Bouncen, Statics… dem Fun sind keine Grenzen gesetzt! Klar, jeder hat seine Schokoladenseite, am besten sollte man trotzdem versuchen, alle Tricks beidseitig zu lernen.
Es gibt unendlich viele Tricks. In dieser recht neuen Sportart werden sogar immer wieder neue Tricks erfunden. Hier haben wir euch zumindest die Basics und einige der beliebtesten Tricks zusammengestellt:

Statische Tricks

Basics:

Liegen, Sitzen 

Klingt einfach? Ist es aber nicht! Sogar das Liegen und Sitzen muss auf der wackeligen Slackline erst einmal geübt werden.

Kneedrop

Beim Kneedrop gehst du in die Hocke und legst das eine Bein am Sprunggelenk auf der Slackline ab. Das erfordert Kraft in dem gebeugten Bein. Ein paar Kneedrops am Tag ersparen dir also mühsames Krafttraining. Der KneeDrop ist auch beim Aufstehen hilfreich und Basis für weitere Tricks.

Footplant 

Beim Footplant startest du aus dem Kneedrop und streckst ein Bein nach vorne aus.

Chongo-Mount

Der Chongo ist der beliebteste Sitzstart, da man einen kontrollierten Stand auf der Line erreichen kann.

Fortgeschritten:

Double Kneedrop:

Ein beliebter Trick für Fortgeschrittene, der sich schnell erlernen lässt. Voraussetzung ist, dass du beweglich genug bist. Die Füße werden seitlich eingehängt, die Knie zeigen Richtung Boden und der Oberkörper lehnt sich zurück. Jetzt heißt es die Balance finden!

Side Buddha: 

Beim seitlichen Buddha sitzt du auf den Fußkanten auf der Slackline.

One Arm Lever:

Beim One Arm Lever wird der Körper mittig auf dem Ellbogen abgestützt und angespannt.

Invert Kneedrop:

Ein verdrehter Kneedrop, der sich anbietet, um eine Drehung einzuleiten.

Solefoot: 

Das gesamte Gewicht befindet sich auf den Zehenspitzen. Im Stand oder in der Hocke möglich.

Surfen:

Egal ob Trickline, Longline, Rodeoline, alle Lines lassen sich surfen! Je nach Line ergeben sich unterschiedliche Ansprüche an den Surfer. Dem Spielraum sind keine Grenzen gesetzt: Laufen während des Surfens, im Sitzen, Im Schneidersitz…Wer einmal im Flow mit der Line ist, wird diesen Funsport so schnell nicht mehr los!

Beim Surfen wird die Slackline unter sich zum Schwingen gebracht. Am besten stellst du dich dazu auf das erste oder zweite Drittel der Slackline. Die Schwingungen werden aus der Hüfte ausbalanciert. Das ist erstmal ungewohnt und erfordert etwas Training. Es fällt dir zu leicht? Dann steigere einfach die Länge der Line, mache größere Ausschwünge oder steigere die Schwing-Frequenz!

Bounces:

Bei den Bounces nutzt der Slackliner die hervorragende Trampolin-Eigenschaft einer Trick- bzw. Jumpline.

Sprünge aus dem Stand „Feet to Feet“-Tricks:

Viel zu sehr vernachlässigt und doch gar nicht so leicht: Die Sprünge von den Füßen auf die Füße. Ob einmal oder zahlreiche Sprünge hintereinander, die Variationsmöglichkeiten sind vielfältig und Übung macht den Meister! Vor, zurück, Beinwechsel, Grabs, Drehungen, …

Buttbounce:

Ziel des Butt Bounce ist es, sich aus dem Stand mit dem Po auf die Slackline fallen zu lassen, um anschließend wieder in den Stand zu kommen.

Chestbounce:

Beim Chestbounce landet der Slackliner mit dem Bauch bzw. dem Brustkorb auf der Line und wird anschließend wieder hinausgefedert. Gestartet wird meist aus dem Buttbounce oder aus dem Stand.

Backbounce:

Beim Backbounce lässt sich der Slackliner auf den Rücken fallen und wieder nach oben bouncen.

Kneebounce:

Beim Kneebounce springt man auf einen Unterschenkel und einen Fuß oder beide Unterschenkel.

Ladybounce:

Eine weitere Bouncevariation. Hier wird aus dem Buttbounce ein Bein über das andere geschlagen, eben Ladylike!

Spraddle:

Beim Spraddle wird während des Buttbounces ein Fuß hinter dem Körper an der Slackline eingehakt.

Variationen:

Alle Basic-Bounces lassen sich beliebig variieren und mit Längssachen-Drehungen, Saltos oder Schrauben kombinieren.

Styleelemente wie sogenannte Nasty-Tricks können eingebaut werden, bei denen über eine Hand gedreht wird, aber auch verschiedene Grabs.

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Safety first!

Baumschutz wird immer häufiger zum Thema. In einigen Städten wurde Slacklinen an Bäumen verboten und bereits Slackline-Parks errichtet. In den Parks brauchst du dir über die Bäume keine Gedanken machen, es gibt aber trotzdem ein paar Dinge, die du immer beachten solltest! Ein sicherer und materialschonender Aufbau ist mindestens genauso wichtig!

Die Sicherheit für Slackliner und auch alle um den Slackliner herum, sollte immer an erster Stelle stehen!

Safety-Tipps für Einsteiger

Bleib am Anfang erstmal bei kürzeren Lines, die etwa auf Kniehöhe gespannt sind. Klar, sobald du sicher auf einer Line laufen kannst, macht es besonders Spaß Länge, Spannung und Höhe zu variieren.

Ein weicher Untergrund wie Rasen und Sand ist natürlich deutlich besser geeignet, als Beton oder Steine. Gerade wenn barfuß geslackt wird, muss der Untergrund auf Löcher, Steine und scharfe Gegenstände abgesucht werden. Schuhe sind sicher hilfreich, um Verletzungen vorzubeugen, erschweren dir aber am Anfang das Balancieren und Ausgleichen über die Fußmuskeln. Halbhohe, enge Schuhe mit flacher Sohle eignen sich am besten.

Nimm auch mal Hilfe an! Gerade am Anfang oder beim Erlernen neuer Tricks bewirkt eine helfende Hand Wunder und schütz vor unkontrollierten Stürzen. Sobald du dich sicher fühlst, solltest du aber versuchen eigenständig zu balancieren, damit du Fortschritte machen kannst.

Grundsätzlich darf eine Slackline nur zwischen Objekten gespannt werden, die die starke Belastung aushalten. Kräftige und gesunde Bäume können das, ein dünner Baum zum Beispiel nicht. Bei anderen Ankerpunkten sollte darauf geachtet werden, dass die Line unten am Ansatz des Ankerpunktes befestigt wird und über Erhöhung wie einen für Slacklines hergestellten A-Frame oder einen Kasten nach oben abgespannt wird.

Baumschutz

Baumschutz muss immer genutzt werden, wenn Bäume als Ankerpunkte genutzt werden, um einem verstärkten Abrieb der Rinde vorzubeugen und so einem langfristigen Slackline-Verbot in städtischen Parks vorzubeugen. In manchen Städten in Deutschland ist das Slacklinen bereits teilweise verboten. Darunter Karlsruhe, Köln und Stuttgart.

Junge Bäume und dünne Bäume sollten möglichst gemieden werden.

Grundsätzlich gilt:
- Nur gesunde Bäume verwenden
- Bei Rindenschaden keine Slackline spannen
- Regelmäßig die Bäume wechseln

Baumschutz kannst du dir beim Slackline-Hersteller kaufen oder selber jede Art von Teppich nutzen. Den Baumschutz legst du zwischen Slackline und Baum. Dadurch wird der Druck auf die Rinde verteilt und es entsteht auch keine oberflächliche Beschädigung am Baum.

Equipment-Check (Lines/Spannsysteme)

Slacklines gibt es in verschiedensten Breiten, Ausführungen (z.B. die Dehnung der Line) und Längen. Die dünnste Variante liegt bei 25mm, die breiteste bei 50mm. Dazwischen gibt es noch die 35mm breiten Slacklines.

Sicherer Aufbau

Long- und Highlines werden im Normalfall mit Flaschenzügen gespannt. Hierbei muss unbedingt geeignetes Material genutzt werden, das den Ansprüchen und Belastungen der Lines gerecht wird. Im Zweifel sollte ein Profi zu Rate gezogen werden.

Spannen mit Ratschen

Ratschen-Spannsysteme sind die häufigsten Spannsysteme, um einfache Slacklines und Tricklines zu spannen. Bei Tricklines hat sich ein Aufbau mit zwei Ratschen etabliert.
Ein typisches Set besteht aus zwei Rundschlingen, zwei Schäkeln (am besten verzinkt), zwei Ratschen und dem Slacklineband sowie zwei Backup-Seilen.

Am besten nutzt du zusätzlich noch ein Softrelease zum Entspannen, um dein Material zu schonen. Achte darauf, dass es richtig zwischen Schlinge bzw. Anker und Ratsche eingebaut ist, perfekt geschlossen ist und auch die Schraubkarabiner geschlossen sind.

Die Ratsche muss immer korrekt geschlossen sein, damit sie sich nicht bei stärkerer Belastung (z.B. Tricklinen) öffnet. Zusätzlich muss ein Backup angebracht werden – gerade bei stärker angespannten Ratschen!

Dabei nicht irgendein Seil nutzen, beim Trick- bzw. Jumplinen entstehen hohe Belastungen, die das Material aushalten muss.
Grundregeln beim Ratschen-Setup:

  1. Ratschen nutzen, die vom Ankerpunkt (z.B. Baum) wegziehen.
  2. Bereits vor dem Spannvorgang das Backup unabhängig von der Line einhängen.
  3. Nach dem Spannvorgang das Backup umhängen, so dass Ratschenhebel und Ratschenkörper umfasst werden.
  4. Backup-Seil nicht schlaufen, damit keine Seil-auf scharfe Kante –Reibung entstehen kann. Stattdessen einen Karabiner verwenden und diesen samt Backup mittig in die Ratsche einhängen. Damit sicherst du den Hebel und den Ratschenkörper selbst und hast zwei Auffangbolzen. Um absolut sicher zu sein, kannst du jeweils ans Ende der Slackline noch einen lockeren Knoten binden, damit selbst im Fall eines Spulenbruchs, das Band nicht komplett durchrutschen kann. Der doppelte Spierenstich eignet sich als Knoten zum sicheren Verbinden zweier Seile bzw. Seilenden.

Bruchlasten beachten

Die Bruchlast aller verwendeten Materialien ist enorm wichtig. Ausschließlich Stahlkarabiner und -schäkel haben eine ausreichende Festigkeit, um alle auftretenden Belastungen auf Dauer auszuhalten. Achtung bei Aluminiumkarabinern! Hier kann es zu sogenannten Schwingbrüchen kommen. Wichtig ist auch die richtige Belastung des Materials, werden Karabiner zum Beispiel teilweise quer belastet, wird die Festigkeit stark vermindert. Durch die unterschiedliche Art der Belastung, solltest du kein übliches Klettermaterial zum Slacken verwenden und umgekehrt auch nicht.

Das ist enorm wichtig, denn Metallteile können bei einem Bruch zu regelrechten gefährlichen Geschossen werden! Im Zweifel sollte die Line immer das schwächste Material sein.
Weitere Infos zu Risiken und Safety gibt es hier:
http://www.bergundsteigen.at/file.php/archiv/2009/...

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Slackline von A bis Z

Air-Time: Trick, bei dem der Slackliner besonders hoch in die Luft katapultiert wurde.

Backup: Hintersicherung der Spannsysteme beim Slacklinen. Beim Highlinen wird eine zweite Slackline oder ein Seil unter der Mainline gespannt. Wichtig vor allem beim Highlinen und Tricklinen bzw. Slacklinen mit hohen Spannungen.

Banane (Linelock): Verbindungsteil zwischen Slackline und Spannsystem

Battle: Die meisten Trickline-Contests werden im 1on1 Battle Modus ausgeführt: Zwei Slackliner treten gegeneinander an und versuchen die Tricks des anderen zu überbieten. Verlässt einer die Line, ist der nächste an der Reihe. Publikumswirksamer Modus.

Baumschutz: Stoff, Teppich oder ähnliches Material, das um den Baumstamm gelegt wird, um eine bessere Druckverteilung zu gewährleisten und die Baumrinde zu schützen.

Bruchlast: Die Bruchlast aller verwendeten Materialien beim Aufbau einer Slackline ist enorm wichtig. Ausschließlich Stahlkarabiner und bestenfalls verzinkte Schäkel haben eine ausreichende Festigkeit, um alle auftretenden Belastungen auf Dauer auszuhalten.

Dabbing: Technikfehler beim Bouncen: z.B Pussifuß beim Buttbounce oder Hand/Fuß auf dem Boden beim Chestbounce. Gibt Punktabzüge bei Contests.

Dismount: Abstieg

Exposure: „Die Aussicht genießen“: Beliebt beim Highlining. Der Slackliner dreht sich dabei um 90 Grad und versucht, in dieser Position die Kontrolle zu finden. Schwierig, Fixpunktproblem.

Freesolo: Highlining ohne Sicherung. Nur für absolute Profis!

Gear: Material

Grab: Trick, bei dem ein oder zwei Füße oder Beine mit der Hand festgehalten werden. Je länger, desto cooler.

Highline: Highlines werden in beliebigen Höhen angebracht. Angefangen bei einigen Metern über dem Boden, bis hin zu einer Slackline zwischen zwei Bergspitzen in mehreren hundert Metern Höhe.

Leash: Man sichert sich beim Highlinen mit Hilfe einer Leash an der Line selbst. Die Leash ist ein Seil, das der Highliner zum einen am Klettergurt (meist mit einem Achterknoten) und zum anderen an der Slackline und dem Backup (meist über einem die Line und das Backup umgebenen Stahlring) befestigt ist und den Slackliner so vor Stürzen in den Abgrund sichert.

Leashfall: Whipper. Sturz in das Sicherungseil (Leash) und so in den Klettergurt beim Highlinen. Das Wiederhochklettern sollte vorher geübt werden!

Line: Slackline

Linegrip: Eine Gurtband-Klemme, die die Slackline festhält, sodass der Flaschenzug ausgebaut werden und zum Bespiel zum Spannen einer weiteren Line genutzt werden kann.

Madonna: Die Performance von Profi-Slackliner Andy Lewis während dem Auftritt von Madonna in der Halbzeitshow des Superbowls 2012 führte zu einem regelrechten Slackline-Boom, vor allem in den USA.

Mainline: Die Slackline, auf der der Highliner läuft. Diese wird durch eine zweite Line oder ein Seil unten drunter abgesichert.

Midline: Midline nennt man eine nicht ganz so hoch gespannte Highline, die aber trotzdem unter denselben Sicherungsvoraussetzungen überquert werden sollte.

Mantle-Mount: Beliebte Aufstiegs-Technik, um in den Sitz zu kommen auf Highlines oder hohen Longlines, wenn nur die Arme die Line fassen können oder kein ausreichender Bodenkontakt vorhanden ist.

Mount: Aufstieg

Monsterratsche: Ursprünglich LKW-Ratschen, die einen doppelt so langen Griff/Arm haben und gerne zum Spannen von Tricklines genutzt werden. Die meisten Monsterratschen sind „Pushratschen“ und sollten aus Sicherheitsgründen am besten nicht verwendet werden.

Nasty: Trick, bei dem der Körperschwerpunkt über einen oder beide Arme gedreht wird.

Pulleys/Pulleysystem: Flaschenzug Rollen, Flaschenzug-Spannsystem

Pussifuß/bein: Dabbing, Aufsetzten des Fußes beim Buttbounce, meist aus Angst vor Stürzen. Abdruck vom Boden möglich, Schwung durch die Dynamik der Line wird jedoch gestoppt.

Push/Pull-Ratschen: Pullratschen werden vom Ankerpunkt weggezogen, Pushratschen hingezogen. Sicherer sind Pullratschen, weil sie beim Spannen gesichert werden können und so nicht in Richtung der spannenden Personen fliegen können.

Redundanz : Das Zauberwort, um sichere Lines aufzubauen: Redundanz zielt darauf ab, sicherheitstechnische Systeme mehrfach parallel auszulegen, damit beim Ausfall einer Komponente (Mainline), die andere (Backup)den Dienst gewährleistet. Ein perfektes Redundanzsystem ist gerade beim Highlinen enorm wichtig: Unter einer Highline muss auf jeden Fall noch ein geeignetes Backup-Seil (oder Band) als Redundanz geführt werden. Dieses Seil sollte, im Gegensatz zur Line, nur handfest gespannt sein. Besonders wichtig ist ein klarer und übersichtlicher Aufbau der beiden Systeme. Sie sollten daher komplett unabhängig und nur durch das Tape verbunden sein. Auf jeden Fall müssen unterschiedliche Fixpunkte genutzt werden!

Riggen: Aufbauen einer Slackline.

Rodeoline: Durchhängende Slackline ohne Spannung mit hohen Ankerpunkten.

Sitzstart: Bei Longlines und Highlines essentiell, da im Normalfall kein Hinauslaufen vom Ankerpunkt möglich ist. Der Slackliner muss zunächst so weit herausrutschen, dass er (beim Highlinen) im Falle eines Leashfalls an keinen Felsen oder ähnliches stoßen kann.

Slacken: Slacklinen

Slacklife: Slackline als eine Lebenseinstellung

Softrelease/Releasesystem: System zum sanften Entspannen einer Slackline.

Surfen: Beim Surfen wird die Slackline unter sich zum Schwingen gebracht.

Superbowl: Madonna

Switch-Tricks: Trick, der spiegelverkehrt ausgeführt wird. Für die meisten fühlt es sich an, als würde man komplett von vorne beginnen, daher sind Switch-Tricks besonders schwierig.

Tandem: Beliebte moderne Form des Tricklinens, bei der zwei Slackliner gleichzeitig und abwechselnd auf der Line bouncen und sogar dynamische Tricks ausführen, indem sie sich gegenseitig hinauskatapultieren. Hier liegt die Schwierigkeit darin, einen gemeinsamen Rhythmus zu finden.

Tapen: Als letzten Schritt beim Aufbau einer Highline werden Mainline und Backup (Line oder Seil) zusammen getaped, das bedeutet das Verbinden des redundanten „Sicherungsseils“ mit der Line. Mit diesem System wird dann die Leash als Absturzsicherung verbunden.

Trickline: Eine Trickline (oder auch Jumpline) wird extrem fest gespannt und wie eine Art Trampolin genutzt.

Truckdriver-Grab: Beliebter Grab, als Übergang vom Buttbounce in den Chestbounce, bei dem beide Füße gestreckt mit den Händen gehalten werden.

Verein: Slacklining ist weitestgehend unorganisiert in Deutschland bzw. wird meist eigenständig über soziale Netzwerke oder Gruppen organisiert. Die ersten Vereine sind jedoch bereits in Bremen, Tübingen und Dresden gegründet worden. Die Gründung eines Deutschen Slackline Verbandes steht ebenfalls in Aussicht,

Waterline: Die Waterline ist eine ganz normale Slackline, die über ein Wasser gespannt wird.

Webbing: Das Slacklineband

WSFED (World Slackline Federation): Der Weltverband wurde am 20. Mai 2011 von Slacklinern gegründet, um >Tricklining als Wettkampfsport mit Regeln und Standards zu etablieren. Die WSFED bildet Judges aus, die lizenzierte Contests (World Cup, Open, Jam sowie nationale Meisterschaften) betreuen. Dabei werden Sprünge und andere Tricks nach fünf Kriterien (Schwierigkeit, technische Qualität der Ausführung, Vielfalt der Tricks, Höhe der Sprünge und generelle Performance) bewertet. Die WSFED stand in den vergangenen Jahren vor allem durch die enge Zusammenarbeit mit einem Slacklinehersteller häufig in der Kritik. Wie die Zukunft des Verbandes aussieht, ist derzeit noch unklar.

Whipper: Leashfall

Zirkus, not.: Slackliner kennen diese Frage: Seid ihr vom Zirkus? Mit Drahtseillaufen hat Slacklinen jedoch relativ wenig zu tun, da das Band ganz andere Eigenschaften hat und damit andere Anforderungen an den Slackliner stellt.

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Interview Elli Schulte

Elli Schulte, 26 aus Köln. 

Elli Schulte zählt zu den besten Slacklinerinnen (Trickline) weltweit. Die Kölnerin, die im Sauerland aufgewachsen ist, hat als erste Frau einen Frontflip und Backflip auf der Slackline gestanden und dominierte die weibliche Trickline-Szene über mehrere Jahre.

Homespot: Köln am Colonius Fernsehturm
Sponsoren: Gibbon Slacklines, KIKU Apples, Deuter, Elkline, MyMuesli

Wie bist du zum Slacklinen gekommen?

Ein Freund hat mir 2008 vom Slacklinen erzählt und die Erzählungen haben mich gleich so fasziniert, dass ich mir direkt eine gekauft habe, ohne vorher jemals drauf gestanden zu haben. Es hat mich schon immer fasziniert mit dem Gleichgewicht bzw. Ungleichgewicht zu spielen.

Was macht dir an deiner Sportart am meisten Spaß?

Ich fühle mich beim Slacklinen frei. Ich kann Tricks aneinanderreihen wie ich möchte und neue Tricks ausprobieren, an Grenzen gehen und mich freuen, wenn ich Tricks gestanden habe.

Welches ist das coolste Event, an dem du teilgenommen hast?

Das coolste Event waren die Gibbon Games in Salt Lake City und der anschließende Trip in das Extremsportdorf Moab. Es war sehr abenteuerreich und diese Erfahrungen sind bekanntlich am intensivsten.

Was war dein bisher größter Erfolg?

Mein größter Erfolg waren die International Austrian Slackline Open 2011, bei denen ich ganz unverhofft den ersten Platz gegen die Männer belegt habe.

Kannst du uns ein paar Tipps für Anfänger geben?

Ich vergleiche das Slacklinen immer mit dem Fahrrad fahren, das ist am Anfang auch wackelig. Der Körper bekommt aber irgendwann das Gefühl und dann zittert auch die Slackline nicht mehr. Also dranbleiben und nicht entmutigen lassen – jeder kann balancieren, auch auf einer Slackline!

Hast du einen Glücksbringer, den du bei Wettbewerben dabei hast oder ein wiederkehrendes Ritual vor den Wettkämpfen?

Meist sprinte ich einmal kurz vor dem Wettkampf oder springe auf der Stelle, um mein Adrenalin etwas herunterzufahren. Denn zu viel Adrenalin ist bei einer so präzisen Sportart nicht immer förderlich wink

Wie sieht dein Trainingsalltag aus?

Ich trainiere ca. 4 - 5 mal pro Woche, allerdings nicht immer auf der Slackline. Auch Ausgleichssportarten sind wichtig, selbst wenn es nur für den mentalen Ausgleich ist. Ich gehe Slacklinen, Joggen und mache funktionelles Krafttraining oder gehe Bouldern/Klettern.

Was macht für dich den FUN-Faktor beim Slacklinen aus?

Ich mag es mit Freunden zusammen zu trainieren, sodass das Slacklinen gar keinen verbissenen Trainingscharakter hat. Außerdem stehen immer wieder Treffen mit der internationalen Community an, was natürlich die Highlights im Jahr sind.

Welchen Trick würdest du gerne mal stehen?

Frontflip to Frontflip

Was ist dein Lieblingstrick bzw. dein Signature Trick?

Ellicopter

Hast du ein persönliches Vorbild? Wer ist das?

Giovanna Petrucci, ist eine 17 – jährige Slacklinerin aus Brasilien – also rund 10 Jahre jünger als ich. Sie ist in den letzen Jahren super gut geworden und ich finde es schön wie leichtfertig sie das Slacklinen aussehen lässt.

Was machst du im Winter um fit zu bleiben?

Im Winter gehe ich öfter in die Boulder- oder Kletterhalle, aber auch auf die Slackline. Letztes Jahr war ich für eine Show länger in Thailand.